Warme Zuflucht im Winter: Der Pfuusbus hilft Obdachlosen

Seit 19 Jahren bietet der Pfuusbus vom Sozialwerk Pfarrer Sieber im Winterhalbjahr eine Unterkunft für obdachlose Menschen. Gestartet hat alles mit einem Sattelschlepper, einer Herberge auf Rädern mit Küche Aufenthaltsraum und Schlafkojen. Das niederschwellige Angebot fand schnell Zuspruch. Ein Grund dafür könnte gemäss Auskunft des Sozialwerks Pfarrer Sieber die Zelt-Atmosphäre des Angebots sein. Obdachlose sind sich gewohnt, sich im Freien zu bewegen. Die beengende Atmosphäre in einem festen Gebäude ist nicht für alle gleich angenehm. Obwohl also der Pfuusbus vermeintlich weniger komfortabel ist als eine reguläre Notschlafstelle, wird er während der Betriebszeit zwischen 15. November und 15. April rege besucht.

Aufgrund der Besuchszahlen wurde der Pfuusbus, zunächst nur in Form des Sattelschlepper-Aufliegers mit 15 Schlafkojen, bald zu klein und darum mit einem Vorzelt erweitert. Das Zelt mit einem Holzboden bot den benötigten Platz, unter anderem auch mehr Raum pro Schlafplatz. Gerade im Winter ist ein warmer Unterschlupf wichtig, darum muss der Bus und das Vorzelt beheizt werden. Anfangs wurden dafür elektrisch betriebene Baulüftungen eingesetzt. Die Stromkosten waren aber nicht längerfristig tragbar. Deshalb hat die Stadt Zürich dem Sozialwerk Pfarrer Sieber vorgeschlagen, den Pfuusbus mit einer mobilen Pelletheizung zu betreiben und die Kosten für die Pellets zu übernehmen. Seit 2016 wird der Pfuusbus nun mit einer mobilen Heizung gewärmt. Warmluftkanäle, die an der Seite des Doppelwandzelts installiert sind, bringen die Wärme in das Zelt und bescheren den Besuchern des Pfuusbus warme Nächte.

Verschiedene Medienberichte beschreiben eindrücklich, wie sehr das Pfuusbus-Angebot von den Besuchern geschätzt wird. Auch auf die wegen der Corona-Pandemie nötige Erweiterung des Pfuusbus und das Covid-Schutzkonzept haben die Gäste sehr positiv reagiert. So berichtet das Sozialwerk Pfarrer Sieber auf seiner Webseite von einem Gast, der vom neu eingerichteten Raum so begeistert war, dass er strahlend im Eingang stand und vor Begeisterung jauchzte.

Eine Übernachtung mit einer warmen Mahlzeit am Abend und einem Morgenessen kostet das Sozialwerk Pfarrer Sieber rund 60 Franken pro Nacht. Um das Angebot aufrechterhalten zu können, sind Spenden wichtig. Die Stadt Zürich sponsert die Pellets über Energie 360°, und die Firma Suter Entfeuchtungstechnik stellt die mobile Heizung zu vergünstigten Konditionen zur Verfügung. Wenn auch Sie etwas beitragen möchten, finden Sie weitere Informationen auf der Webseite vom Sozialwerk Pfarrer Sieber: https://www.swsieber.ch/

Der Pfuusbus ist ein schönes Beispiel dafür, wie gut soziales Engagement und der Einsatz von erneuerbaren Energien zusammenpassen. Wo der Einsatz der vielen oft auch freiwilligen Mitarbeitenden im Pfuusbus bedürftige Menschen unterstützt, ihre akute Not lindert und Hoffnung gibt, trägt der Einsatz von erneuerbaren Energien dazu bei, dass die Klimakrise gemindert und das Leben der Menschen auch in Zukunft lebenswert bleibt. 

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