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Mit Pelletheizungen zu klimafreundlichen Bahnhöfen

Als eine der grössten Immobilieneigentümerinnen der Schweiz arbeitet die SBB mit Hochdruck an der Reduktion des CO2-Fussabdrucks ihrer Gebäude. Fossile Energieträger sollen schnellstmöglich aus den Gebäuden eliminiert werden.
Hierzu setzen die SBB bei anstehenden Heizungssanierungen in den Bahnhöfen und übrigen Liegenschaften jeweils eine fossilfreie Alternative wie zum Beispiel Holzpellets oder Umweltwärme via Wärmepumpen bzw. Fernwärme ein. An insgesamt 29 Standorten hat die SBB im 2019 das Heizsystem auf erneuerbare Energieträger umgestellt. Ein grosser Teil davon sind Pelletheizungen, da viele Gebäude der SBB denkmalgeschützt sind und hohe Vorlauftemperaturen benötigen.
Seit Anfang 2016 verzichtet die SBB beim Neubau oder Ersatz von Heizungsanlagen konsequent auf den Einbau von Systemen mit fossilen Energieträgern wie Heizöl oder Erdgas. Bereits über 100 Anlagen wurden so auf fossilfreie Alternativen umgerüstet, wodurch jährlich über 1,3 Millionen Liter Heizöl respektive über 3500 Tonnen CO2-Äquivalent eingespart werden. Zum Vergleich: Damit können jährlich über 500 Einfamilienhäuser beheizt werden.

Interview mit Bruno Ulrich, Projektleiter Nachhaltigkeit bei den SBB
Fragen von Gregor Lutz, Mitarbeiter Holzenergie Schweiz

Die SBB ist bekannt für Ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit. Was sind die wichtigsten Pfeiler der Nachhaltigkeitsstrategie?
Unsere Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt verschiedene Stossrichtungen. So hat sich die SBB unter anderem auf die Fahne geschrieben, einen Beitrag an ein nachhaltiges Verkehrs- & Immobilienangebot der Schweiz zu leisten, eine verantwortungsvolle & effiziente Wertschöpfungskette sicher zu stellen und den Umweltvorteil beim Personen- & Güterverkehr gegenüber der Strasse zu sichern. Gerade der erste Punkt ist für uns von der Division Immobilen die Richtschnur um besser zu sein als die allgemein gültigen Standards.
Zu unserem umfassenden Nachhaltigkeitsverständnis gehört auch ein vorbildlicher Umgang mit unserer Um- und Mitwelt. Dazu gehört auch die Teilnahme an der Initiative Vorbildfunktion Bund, welche im 2013 von der damaligen Bundesrätin Doris Leuthard initiiert wurde.

Welches Ziel verfolgen die SBB Immobilien beim erneuerbaren Heizen?
Ganz einfach, wir wollen schnellstmöglich von den fossilen Energieträgern wie Heizöl oder Gas wegkommen. Bei einem Immobilienpark von rund 3500 Gebäuden ist dies eine spannende und herausfordernde Aufgabe.

Wie wichtig ist für die SBB die Nutzung der Holzenergie im Gesamtkontext der erneuerbaren Energien?
Sehr wichtig. Die Holzenergie hat einen hohen Stellenwert auf unserem Weg zur Klimaneutralität.

In welchen Gebäuden installieren die SBB Immobilien Pellets- und Schnitzelfeuerungen?
Hier ist keine generelle Aussage möglich. Bei jeder Umrüstung ist jeweils die bestmögliche Gesamtlösung auszuwählen und da fällt der Entscheid sehr oft auch auf Holz. Viele Gebäude der SBB stehen unter Denkmalschutz, was eine Dämmung der Fassade erschwert. Dadurch können die Systemtemperaturen oft nicht reduziert werden, wodurch die Umweltwärme als Energieträger nicht im optimalen Bereich eingesetzt wird und Holz geeigneter ist.

Achten Sie beim Einkauf der Pellets auf das «Label Schweizer Holz»?
Die SBB ist bei Ihren Beschaffungen an das öffentliche Beschaffungsrecht und die Bestimmungen der WTO gebunden. Eine Einschränkung auf den Schweizer Markt ist dadurch nicht rechtens.  Bei der Anlieferung haben wir aber auf möglichst kurze Wege gesetzt, wodurch wir einen hohen Anteil an Swissness umsetzen konnten.

Wie organisieren Sie den Betrieb und Unterhalt der Holzfeuerungen?
Der Betrieb und Unterhalt wird durch die Kollegen vom SBB Facility Management sichergestellt.

Was sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Betrieb der Pellets- und Schnitzelheizungen?
Sicherlich war und ist die Umstellung von Heizöl- resp. Gas-Anlagen, welche praktisch ohne Aufwand betrieben werden können, auf eine Pelletsanlage mit einem etwas grösseren Aufwand vor Ort, vor allem infolge der Ascheentsorgung verbunden. Durch die Tatsache, dass die Anlagen ohnehin regelmässig überprüft werden, hält sich der Mehraufwand jedoch in Grenzen.

Wissen die Gebäudenutzer der SBB Immobilien, wenn ihre Liegenschaft mit einer Pelletheizung beheizt wird? Kommunizieren Sie den ökologischen Vorteil aktiv?  
Hier erwischen Sie mich auf dem falschen Fuss. In der Tat haben wir hier noch einen Nachholbedarf: Wir investieren sehr viel in klimafreundliche Alternativen und kommunizieren dies noch zu wenig. Da wir seit dem 1. Januar 2019 unseren Haushaltsstrom zu 100% aus erneuerbaren Quellen beziehen, ist jeder Bahnhof bei welchem wir die alte Ölheizung durch eine moderne Pelletsanlage ersetzen, quasi ein klimaneutraler Bahnhof. Richtig, diese Erfolgsgeschichte müssen wir noch viel mehr nach aussen tragen.

Projektbeispiele Pelletheizungen

Wädenswil
Nutzung: Bahnhofgebäude und Ärztezentrum
Leistung 65 kW
Einbau Pelletsilo mit W-Schrägboden, Saugsonden und Pelletheizung mit Speicher

Luzern
Nutzung: Serviceanlage Personenverkehr: leichte Instandhaltung und Waschanlage
Leistung 2 x 250 kW
Einbau Pelletsilo mit Saugsonden und Pelletheizung mit Speicher

Henggart
Nutzung: Velogeschäft und Wohnung im 1. OG und Dachgeschoss
Leistung 15 kW
Einbau Sacksilo mit Saugsonden und Pelletheizung mit Speicher

Dieser Text ist bereits im Bulletin Nr. 71 von Holzenergie Schweiz erschienen. Herzlichen Dank an Holzenergie Schweiz und die SBB, dass wir diesen Artikel veröffentlichen dürfen.

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